Blickakte

Während Somalia gerade wieder mit Bildern von Hungerkatastrophen für kurze Zeit in der Weltpresse auftaucht, begleitet ein junger Journalist einen in Berlin lebenden Exil-Somali bei dem einzigen Geschäft, für das die Welt Somalia noch braucht: dem Import von Myrrhe. Auf seiner Reise trifft er eine taiwanesische Künstlerin und das National Theatre of Somalia. Die verschiedenen Biographien führen zum Versuch einer bio-geo-graphischen Erzählung unserer Zeit. Der Warenweg der Myrrhe von Afrika in die westlichen Länder ermöglicht einen Blick auf die Formen, in denen wir uns bewegen, wenn wir uns dem Anderen annähern, über es schreiben, es zur Darstellung bringen.

Regie: Daniel Schauf
Dramaturgie: Philipp Scholtysik
Video: Jonas Alsleben
Performance: Bee Chang und Philipp Scholtysik

Eine Produktion von Theater Drachengasse (Wien) und dem National Theatre of Somalia. Jurypreis beim Newcomer-Wettbewerb des Theaters Drachengasse, Wien.

TERMINE

Theater Drachengasse, Wien (Kurzversion im Rahmen des Newcomer-Wettbewerbs) / 04.06.2012 / 06.06.2012 / 07.06.2012 / 08.06.2012 / 09.06.2012 / 12.06.2012 / 13.06.2012 / 14.06.2012 / 15.06.2012 / 16.06.2012 / 19.06.2012 / 20.06.2012 / 21.06.2012 / 22.06.2012 / 23.06.2012

Festival der jungen Talente, Frankfurt / 28.09.2012 / 29.09.2012

Frankfurt LAB (10 Jahre HTA) / 08.12.2012

Theater Drachengasse, Wien / 21.01.2013 / 22.01.2013 / 23.01.2013 / 24.01.2013 / 25.01.2013 / 26.01.2013 / 29.01.2013 / 30.01.2013 / 31.01.2013 / 01.02.2013 / 02.02.2013

Thalia Theater, Hamburg (Körber Studio Junge Regie) / 07.05.2013

Staatstheater Karlsruhe (Festival Premières) / 06.06.2013 / 07.06.2013

zeitraumexit, Mannheim (Festival frisch eingetroffen) / 05.07.2013

Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt / 14.05.2014 / 15.05.2014

Die Inszenierung wurde außerdem 2014 zum tjcc Festival am Theatre du Gennevilliers, Paris eingeladen. Das Festival wurde aber solidarisch mit den Streiks der "Intermittents" vom Theatre du Gennevilliers abgesagt.

„Daniel Schauf entführt ins tiefste Somalia und zoomt, ganz wie die Computeranimation zu Beginn dem Publikum auf den Kopf schaut, das dortige National Theatre heran, dessen Geschichte in einem Theaterprojekt erzählt werden soll. Die Aufführung ist eine Achterbahnfahrt durch Kolonialismus- und Globalisierungskritik, gespickt mit nachgestellten Fotos vom Hunger in Afrika. Das letzte Bild verspricht viel...“(Nachtkritik)„... in einer skurrilen Zwei-Personen-Performance trifft Taiwanesische Gesangskunst mit Myrrhe und Theater aus Somalia, Rossini auf Chinesisch und Weltempfänger im Dutzend zusammen, bis alle festen Perspektiven anmutig im globalisierten Wahnsinn zusammenbrechen.“
(Theater Heute)

"BLICKAKTE nimmt die Zuschauer mit in eine der ärmsten Regionen der Welt, nach Somalia. Die Hauptstadt Mogadischu kennen wir aus den Nachrichten nur als Tatort von Terrorakten, aber auch dort gibt es ein Theater – und was für eins: Das Stück zeigt, wie nah uns die Welt gekommen ist. Verreisen? Eigentlich unnötig. Das Fremde liegt vor der eigenen Haustür, sofern wir nur unseren Blick dafür schärfen."
(Deutschlandradio Kultur)

„Es ist ein Versuch, sich fremden Kulturen und damit auch der eigenen anzunähern, den verzweigten Wegen quer über die Welt. Es ist eine komplexe Collage, die Gefühl und Verstand anspricht, eine emotionale und intellektuelle Performance von durchdringender Kraft, die sich auch aus der Einfachheit ihrer Aufführung, ihrer Musikalität und dem genauen Rhythmus speist.“
(Badisches Tageblatt)

„Mit geschwärztem Gesicht singt Bee Chang Rossinis „Bel Raggio“-Arie, während die Begleitmusik verzerrt aus einer Phalanx von Weltempfänger-Radios dringt, die Philipp Scholtysik auf der Bühne verteilt. Es ist dies der aufwühlende Kulminationspunkt der großartigen Theater- Performance „Blickakte“, mit der das Wochenendfestival „frisch eingetroffen“ im Mannheimer Zeitraumexit eröffnet wird. Blickakte ist eine kluge wie witzige Koproduktion mit dem Wiener Theater Drachengasse und dem National Theatre of Somalia.“
(Mannheimer Morgen)